futurestrategy möchte einen Artikel vorstellen, der vom Worldwatch Institute im Rahmen der State of the World Reihe schon 2004 veröffentlicht wurde. Er bringt es unseres Erachtens auf den Punkt, um was es geht. Die Wirtschaft soll dem Menschen dienen und ihn unterstützen, ein gutes und glückliches Leben führen zu können.  Und wir müssen wieder viel stärker lernen, die Natur zu schätzen, denn nur was man schätzt wird man auch verteidigen.

Getting to the Good Life
“People long for something deeper— happy, dignified, and meaningful lives—in a word, well-being. And they expect their economies to be a tool to this end, not an obstacle to it.”
Lurking beneath growing dissatisfaction with the consumer society is a simple question: What is an economy for? The traditional responses, including prosperity, jobs, and expanded opportunity, seem logical enough—until they become dysfunctional. When prosperity makes us overweight, overwork leaves us exhausted, and a “you can have it all” mindset leads us to neglect family and friends, people start to question more deeply the direction of their lives as well as the system that helps steer them in that direction. The signals emerging in some industrial countries—and some developing ones as well—suggest that many of us are looking for more from life than a bigger house and a new car.
A well-being society would offer consumers a sufficient range of genuine choices rather than a large array of virtually identical products. Businesses would be encouraged through economic incentives to deliver what consumers really seek—reliable transportation, not necessarily a car; or tasty, seasonal local produce rather than fruits and vegetables shipped in from another country; or strong neighborhood relationships in lieu of a large house with a big yard. Choice would be redefined to mean options for increasing quality of life rather than selections among individual products or services.
For individuals, genuine choice would also likely include the choice not to consume. Everyone will need to become practiced at wrestling with a key question: How much is enough? Responses will vary from person to person, but a guideline worth considering is one from the Chinese philosopher Lao Tzu: “To know when you have enough is to be rich.” Consumers who embrace this ancient wisdom take a large step toward escaping the tyranny of social comparison and marketing that drives so much of today’s consumption.
People in a well-being society would also develop close relationships with the natural environment. As the late Harvard biologist Stephen Jay Gould once said: “We must develop an emotional and spiritual bond with nature, for we will not fight to save what we do not love.”
Finally, a society focused on well-being would ensure that everyone in it has access to healthy food, clean water and sanitation, education, health care, and physical security. It is virtually impossible to imagine a society of well-being that does not provide for people’s basic needs. And more than that, it is inconceivable that a well-being society would be satisfied with its own success if others outside its borders are suffering on a broad scale. Indeed, those societies that rank highest in the Wellbeing Index, especially in northern Europe, also have some of the world’s most generous foreign aid programs.
Making the transition to a society of well-being will undoubtedly be a challenge, given people’s habit of placing consumption at the apex of societal values. But any move in this direction starts out with two strong advantages. First, the human family today has a base of knowledge, technology, that can be invested in well-being rather than in continued material accumulation for its own sake. A second advantage is simple but powerful: for many people, a life of well-being is preferred to a life of high consumption.
By nurturing relationships, facilitating healthy choices, learning to live in harmony with nature, and tending to the basic needs of all, societies can shift from an emphasis on consumption to an emphasis on well-being. This could be as great an achievement in the twenty-first century as the tremendous advances in opportunity, convenience, and comfort were in the twentieth (http://www.worldwatch.org/node/815). ©Worldwatch Institute

Schwarzer Tag

21Aug10

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Heute ist kein guter Tag für uns und unsere Umwelt. Zum einen haben wir heute den Overshoot Day (http://www.footprintnetwork.org/en/index.php/GFN/page/earth_overshoot_day/), d.h. bis heute hat die Menschheit der Erde alles entnommen was sie in der Lage ist in einem Jahr zur Verfügung zu stellen. Ab morgen leben wir auf pump. Davon steht nichts in den Medien, es wird nicht in der Öffentlichkeit diskutiert, es wird ignoriert. Zum anderen sehen wir uns mit einer Wirtschafts- und Atomlobby konfrontiert, die mit einer teuren Anzeigenkampagne Druck auf die Bundesregierung ausüben und uns weiß machen will, dass Atom- und Kohlekraft auch in Zukunft unverzichtbare Energiequellen für den Standort Deutschland bedeuten. Unsere sogenannte Wirtschaftselite kommt wirklich aus der Vergangenheit und lebt im gestern. Mit ihr wird uns der Start in ein grünes und besseres Zeitalter nicht gelingen. Und die Politik? Sie läßt durch die Staatsbank KfW heute verkünden, dass die Förderprogramme für Umweltsanierung von Wohnhäusern aufgrund der “großen Nachfrage” zum 31. August eingestellt werden.

Wir und viele andere Mitstreiter versuchen jeden Tag auf das Neue den notwendigen grünen Wandel zu unterstützen und voranzutreiben. Heute müssen wir uns mal wieder eingestehen, dass die Realitäten in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik einem pessimistisch stimmen lassen. Aber morgen versuchen wir wieder optimistisch an die Aufgaben zu gehen.

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In unserer aktuellen Ausgabe BGB (Best of Green Business) in Zusammenarbeit mit der Journalistin Jutta Nachtwey gehen wir der Frage nach ob ein hochwertiges und umweltfreundliches Haus für 100.000 Euro zu bekommen ist, wir zeigen intelligente Haushaltsprodukte (iq), intelligente Beauty Care Produkte und das Fast Food kein schlechtes Gewissen machen muß. Alles unter http://futurestrategy.de/best-of-gbbest-of-gb

Story of Stuff

04Aug10

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futurestrategy möchte ein spannendes Buch The Story of Stuff empfehlen, dass im Untertitel “Wie wir die Erde zumüllen” etwas unglücklich formuliert ist und deshalb den Inhalt nur in Teilen erfasst. Die Autorin Annie Leonard wurde bekannt durch Ihren kurzweiligen und toll gemachten Kurzflm gleichnamigen Titels, der im Internet eine rasende Verbreitung fand. Jetzt liegt Ihr Buch vor, dass wirklich lesenswert ist und eigentlich zur Pflichtlektüre eines jeden gehören sollte. Annie Leonrad verfolgt dabei einen systemischen Ansatz, d.h. mehr oder weniger ist alles mit allem vernetzt. Ökonomie, Ökologie, Biodervisität, Ressourcen, Produktion, Konsum, Gesellschaft, Wirtschaftssysteme, Ökosysteme. Man erhält wirklich einen sehr guten Überblick über die komplexen Zusammenhänge (viel ausführlicher als in ihrem Film) und Annie Leonard bemüht sich, nicht in eine ideologische Ecke zu geraten, obwohl das Thema natürlich auch hoch politisch ist. Der deutsche Verlag (Econ) zeigte sich bisher enttäuscht über die Verkaufszahlen. Vielleicht können wir mit dieser Empfehlung den Verkauf etwas unterstützen.

Offener Leserbrief
Handelsblatt-Artikel “Nachhaltigkeits-Geschwätz” von Bernd Ziesemer vom 2. August 2010, Ausgabe Nr. 146

Sehr geehrter Herr Ziesemer,
in Ihrem Meinungskommentar (http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumne-chefetage) kritisieren Sie die utopia-Konferenz auf polemische Weise. Leider nicht mit relevanten Inhalten, sondern mit oberflächlichem “Greenbashing”.
Sie stürzen sich auf Begrifflichkeiten - von Ihnen als Dumm-Englisch bezeichnet – und das in einer Zeitung, die ohne dieses sogenannte Dumm-English (Analyse-Flash, Buy und Add, Börse Inside, Market Map, Forwardkurven, Analyser to go, etc.) selber nicht auskommt. Da sollte man doch lieber mal vor der eigenen Haustüre kehren. Sie erlauben sich ein Urteil über eine Konferenz, die Sie offensichtlich selbst noch nie besucht haben. Das wäre Ihnen aber dringend zu empfehlen, wenn man sich ihre “konstruktiven” Vorschläge zu einer Diskussion ansieht. Kernkraft ist erstens einer der teuersten Energieformen, die nur Dank staatlicher Subventionen und durch eine Externalisierung von Kosten vordergründig günstig und umweltfreundlich erscheinen. Zweitens gibt es keine gefährlichere Energieform. Machen Sie sich die Mühe und besuchen das Endlager Asse, um einen realitätsnahen Eindruck zu bekommen, was die Kernenergie uns und vielen Generationen nach uns hinterlässt. Stattdessen greifen Sie die fortschrittliche, zukunftsweisende Technik der Offshoreparks an, die Ihrer Meinung nach zu einer ökologischen Bedrohung werden kann oder haben Sie das jetzt mit Deepwater Horizon im Golf von Mexiko verwechselt? Wie forderte schon Peter Unfried, wir brauchen eine neue Elite, die dieses Land in die Zukunft führen kann. Die “Alten Eliten” (und da gehören Sie meiner Meinung nach dazu) sind nicht mehr in der Lage, ihre Konzepte aus dem letzten Jahrhundert zu überwinden. Claudia Langer (die Macherin hinter der utopia-Konferenz), die mit ihrer ehemaligen Werbeagentur Kampagnen für Atom- und Fast Food-Konzerne entwickelt hat, hat verstanden, dass es neue Konzepte bedarf, damit wir nicht die Erde gegen die Wand fahren und hat die Werbung hinter sich gelassen.
Langer´s utopia-Konferenz ist ein wichtiger Beitrag, Lösungen zu suchen und zu diskutieren. Daran scheinen Sie als ehemaliger Chefredakteur des Handelsblatts kein Interesse zu haben.
MfG Stephan Bohle

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© Dubiotech

Heuer Dialog, laut Eigenaussage Marktführer für Premium-Netzwerke der Immobilienwirtschaft, organisiert die Veranstaltung green shopping im green building?! – Ressourcenschonender Konsum in zukunftsfähigen Handelsimmobilien, im Rahmen seiner Handels-Dialog-Reihe am 09. September 2010 in Hamburg im Freshfieldshaus.
Nachhaltigkeitskriterien werden vermehrt auch bei Handelsimmobilien angewendet. Ihre Zertifizierung trägt zusätzlich zur Minimierung des unternehmerischen Risikos bei. Trotz dieser Sicherheit stehen auch „grüne“ Handelsimmobilien im Wettbewerb um die Gunst von Kunden. Innovative, nachhaltige Shoppingkonzepte können zur Attraktivität der bereits „grünen“ Immobilie beitragen und so die Rentabilität des Objektes steigern. Eine Nachfrage ist da. Es fehlt an umfassenden Ansätzen, die Green Buildings und „grüne“ Produkte zu „green shopping“-Events zusammenzuführen. futurestrategy wird einen Impulsvortrag zum Thema Grünes Handelskonzept beitragen und am Nachmittag gemeinsam mit den Herausgebern des Magazins greenIMMO einen Workshop “Grüner Konsum”: Nischenmarkt oder rentables Handelsformat? durchführen.
Anmeldung und Information unter http://www.heuer-dialog.de/events/n10295/1

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Der 2. Deutsche Designerkongress mit dem Thema Mehr-Wert richtet sich an DesignerInnen und IllustratorInnen aller Sparten, DozentInnen aus dem Bereich Design sowie DesignmanagerInnen aus Industrie und Handel.
Die TeilnehmerInnen sind eingeladen, sich aktiv in das Kongressgeschehen einzubringen: Nach vier klassischen Impulsvorträgen im Plenum am Vormittag startet der Nachmittag mit sechs ultrakurzen themenrelevanten Präsentationen im Plenum im aktuellen Pecha-Kucha-Format. Anschließend greifen in vier parallelen Zukunftsateliers die Moderatoren je ein Thema der Impulsvorträge auf und diskutieren dies mit dem Referenten und den Teilnehmern. Am Ende des Tages treffen sich alle wieder im Plenum zum Abschluss „Einblicke – Ausblicke“.
futurestrategy wird im Rahmen der Veranstaltung einen Impulsvortrag »Design erfordert Haltung. Der Mehrwert der Nachhaltigkeit« halten und am Nachmittag im Zukunftsatelier mit den Teilnehmer das Thema diskutieren.
Der Designerkongress findet am 27. September 2010 im Zollverein in Essen statt. Anmeldung und Information unter http://www.deutscher-designerkongress.de

China Climate Change

Da nützen alle aufwendig verfassten Nachhaltigkeitsberichte der Welt nichts. Und es zeigt auch, wie weit wir in Wirtschaft und Gesellschaft von einem nachhaltigen Leben und Arbeiten noch entfernt sind. Die Vereinten Nationen werfen den großen Konzernen der Welt beim Umweltschutz schwere Versäumnisse vor. “Das natürliche Kapital der Welt wird im großen Stil vernichtet”, warnte UN-Umweltchef Achim Steiner im Gespräch mit der “Süddeutschen Zeitung”. Allein die 3000 wichtigsten Unternehmen verursachten Umweltschäden von fast zwei Billionen Euro pro Jahr. Dies gehe aus einer UN-Studie hervor, die am Dienstag in London veröffentlicht werden soll. “Der Raubbau an der Natur durch die Wirtschaft setzt sich seit Jahren ungebremst fort”, kritisiert Steiner. Wildnis, Arten, Lebensräume und Ökosysteme verschwänden in nie dagewesenem Tempo. Eine aktuelle UNEP-Schätzung kommt dem Bericht zufolge zu dem Ergebnis, dass die Arten heute 100-mal schneller aussterben, als es die Evolution vorgibt. “Ein sechstes globales Massensterben hat begonnen”, warnen die Experten des UN-Umweltprogramms. In internationalen Großkonzernen löst diese Bedrohung der UN-Studie zufolge aber kaum Besorgnis aus. Nur zwei der hundert größten haben sich demnach den Erhalt der Ökosysteme als strategisches Ziel festgeschrieben. Von 1100 internationalen Top-Managern fürchtet nur jeder Vierte, Artensterben und der Verlust ganzer Ökosysteme könnten das eigene Geschäft beeinträchtigen. “In vielen Konzernen gilt noch immer die Devise: Natürliche Ressourcen sind unerschöpflich. Dabei müssen wir längst schmerzhaft spüren, dass das nicht mehr stimmt”, sagt UNEP-Chef Steiner. Die UN-Studie, aus der die “SZ” zitiert, soll auf der internationalen Konferenz für Artenvielfalt und Biodiversität in der britischen Hauptstadt veröffentlicht werden. Die Vereinten Nationen beziffern die Umweltschäden, die allein die 3000 größten Unternehmen der Welt durch den Missbrauch natürlicher Ressourcen, durch Verschmutzung von Luft oder Gewässern sowie das Aussterben von Arten verantworten, dem Bericht zufolge auf 1,7 Billionen Euro. “Viele Volkswirtschaften sind noch immer blind für den enormen Einfluss der Artenvielfalt von Tieren, Pflanzen und anderen Lebensformen und ihre Rolle für die Funktion des Ökosystems”, kritisierte Steiner. Das betreffe Wälder und Trinkwasservorräte ebenso wie den Boden, die Ozeane und die Atmosphäre.

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Passend zum Thema möchten wir noch eine Buchempfehlung aussprechen: “Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis” ist das neueste Werk von Klaus Werner-Lobo. Darin beschreibt er die Zusammenhänge zwischen unserem Konsum, den Zielvorstellungen der Konzerne und den Folgen sich daraus für die Welt ergeben. Dabei werden nicht nur die negativen Auswirkungen aufgezählt, sondern deren eigentliche Ursachen aufgezeigt und konkrete Lösungsvorschläge unterbreitet, wie wir die Situtation verändern können. Der Schlüssel dazu ist Information, die liefert das Buch an sich und darüberhinaus gibt es zu jedem behandelten Themenbereich Verweise zu Webseiten mit weitergehenden Informationen.

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“Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis” von Klaus Werner-Lobo, Hanser Verlag 2008, Euro 16,90

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Foto: Özgür Albayrak

futurestrategy möchte auf eine spannende Veranstaltung im Rahmen der Berlin Fashion Week hinweisen:
CREATE BERLIN präsentiert in Kooperation mit INPOLIS und dem IDZ die zweite Ausstellung von „bright green design“ im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden. Gezeigt wird eco-luxury Modedesign und nachhaltiges Produktdesign aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden und Berlin.
Ort: Deutsche Bank/Deutsche Guggenheim, Unter den Linden 13/15, 10117 Berlin
Öffnungszeiten: 8.-10. Juli täglich 10-19 Uhr, 11. Juli 10-14 Uhr
Weitere Informationen http://www.berlinordik.com/programme/july-fashion-and-product-design