November 09
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0911 Neue Wertigkeit

Das Designteam Lost Values (www.lostvalues.com), von Elena Corchero in den Schottischen Highlands gegründet, hat die Vision, Handwerk und Technologie miteinander zu verschmelzen. Ziel ist es, Anregungen zu geben für eine Zukunft, in der Design umweltfreundlich und emotional, smart und spielerisch ist. Lost Values will sich fast vergessene Traditionen zunutze machen und Technologie ins alltägliche Leben integrieren. Die handgefertigten Accessoires werden dabei nicht nur mit neuen Funktionen aufgeladen, sondern erhalten einen Wert, der den Träger bewegen soll, sie zu hüten und zu pflegen, statt sie schnell zu konsumieren und wieder auszurangieren. Auf diese Weise soll das Design auch jenseits der Materialwahl zur Nachhaltigkeit beitragen.
Zu den Produkten, die man online kaufen kann, gehört eine Linie namens „Lflect“, die aus schottischer Wolle und reflektierendem Garn gewebt ist. Tagsüber sehen die Objekte aus wie stylische Woll-Accessoires, im Dunkeln beginnen sie jedoch zu leuchten, was beispielsweise für Radfahrer einen zusätzlichen Nutzen bringt und Batterien überflüssig macht. (na)
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0811 8 Grad

Volker Netzhammer und Patrick Braun geben gerne Partys. Und Weinschorle war immer schon ein Party-Getränk. Nur das umständliche Mischen hat aufgehalten, wenn man keinen eigenen Party-Service engagieren konnte. Da kamen die Beiden auf die Idee, party- und drinkgerecht, in 0,275 L Flaschen abgefüllte, Weinschorlen zu produzieren. Natürlich in Bio-Qualität und in zeitgemäßem Design. Da sieht man mal wieder die Innovationskraft einer kleinsten Einheit (2 Studenten), von der die Großen lernen können. Deren Innovation hört beim X-sten fürchterlichen Fruchtbier auf (www.8-grad.net). (fs)
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0711 Mutige Metamorphose

Die britische Teemarke Clippers (www.clipper-teas.com), 1984 gegründet, sah bislang zwar gar nicht schlecht, aber doch irgendwie nach Reformhaus-Gesundheit aus. Damit ist nun Schluss. Das Unternehmen führt derzeit ein sensibles Rebranding durch und setzt dabei schrittweise ein neues Designkonzept um. Im Juni 2008 begann Clippers, den Verpackungen Kundenbefragungen beizulegen, um zu erfahren, was ihnen wichtig ist. Auf diese 1 Millionen Beilagen antworteten rund 10.000 Leute. Die Ergebnisse zeigten, dass „Geschmack“ das wichtigste Kriterium beim Kauf ist; außerdem wollten die Kunden wissen, ob die Rohstoffe fair gehandelt sind. Im Oktober folgte eine weitere Aussendung von 1 Millionen Beilagen, die eine Vorschau auf den neuen Look gaben. Er soll die Werte „Natural, Fair und Delicious“, die das Unternehmen von Beginn an vertreten hat, klarer als zuvor kommunizieren. Inzwischen sind bereits viele Produktverpackungen dem neuen Design angepasst; die Website lädt Kunden zum Kommentieren ein. Anstelle der bisherigen fotografischen Darstellungen tritt nun eine illustrative Bildsprache und eine Typografie, die wie handgezeichnet wirkt. Den natürlichen Eindruck der unregelmäßigen Buchstaben unterstützt ein ganz eigenes Farbklima, dessen gedeckte Töne perfekt aufeinander abgestimmt sind. (na)
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0611 Beens of Kings&Queens

Eine kleines Kaffeehandelsunternehmen macht sich auf den Weg, die Großen zu ärgern. Es gibt nur zwei Sorten: den 1812, aus 100% Arabica Bohnen und den 4930, mit 85% Arabica und 15% Robusta Bohnen geröstet. Was die Zahlen bedeuten, erfährt man leider nicht. Aber die Verpackung kommt in einem schön schlichten Design daher und verschont uns mit den blonden Mitdreißigern, die ihre Nase in den Kaffee tauchen. Ein Cafe im Kings&Queens-Design können wir uns auch gut vorstellen (www.kingsandqueenscoffee.com).(fs)
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0511 Doppelter Schutzfaktor

Der Recycling-Kult treibt schöne Blüten. Ladak aus Amsterdam (www.ladak.nl) stellt Decken für Drinnen und Draußen ausgehend von gewöhnlichen Umzugsdecken her, die normalerweise zum Verpacken und Schützen der Möbel im LKW dienen. Diese werden aus gebrauchten Pullis, Decken, Jeans und Teilen von Matratzen hergestellt. Ladak veredelt sie mit Bändern und anderen Stoffen und verleiht den glanzlosen Gebrauchsobjekten einen ganz eigenen Charme.
Die Marke steht für „warmth, comfort and protection in style“, ob auf der Couch, am Strand, beim Picknick oder auf dem Boot. Das Team um die Designerin Jane Stroink engagiert sich auch sozial: 15 Prozent des Gewinns werden an die Amsterdamer Obdachlosen-Hilfe gespendet. Als Hommage an die herumvagabundierenden Helden der Straße sind die Modelle nach Obdachlosen benannt, zum Beispiel Arie, David, Mika oder Sebas. Eine ungewohnte, angenehme Liaison zwischen Style & Social Engagement. (na)
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0411 Original-Flaschenfarbe

Aus PET-Flaschen lassen sich nicht nur Fleece-Pullis, sondern auch T-Shirts herstellen. Playback (www.playbackclothing.com) setzt in Sachen Umweltfreundlichkeit aber noch eins drauf: die drei Farben der T-Shirts – braun, blau und grün – entstehen durch die Farbe des Ausgangsmaterials: Bier-, Wasser- und Sodaflaschen. Auf diese Weise sind keine zusätzlichen Farbstoffe notwendig. Plietsche Idee, die das Unternehmen auf der Website gut kommuniziert. Ein stetig weiterlaufender Zähler zeigt hier auch, wie viel recycelte Flaschen vor ihrem Mülldeponie-Schicksal bewahrt wurden, wie viel Baumwolle recycelt und wie viel Wasser dadurch gespart wurde. (na)
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0311 Biosphäre im Wohnzimmer

Philips Design untersucht die Zukunft der Nahrung und arbeitet an Modellen, wie in 15 oder 20 Jahren die Produktion von Lebensmitteln aussehen könnte. Eines der Modelle ist eine vertikale Farm für zuhause. Sie trägt der Entwicklung Rechnung, dass immer mehr Menschen sich darüber Sorgen machen, wie ihre Lebensmittel manipuliert und verarbeitet wurden, ob sie genmanipuliert sind, ob sie auf umweltschädlicher Monokultur basieren oder in wie weit die Qualität aufgrund der langen Transportwege leidet. Um den Konsumenten ein Stück weit unabhängig zu machen, entstand die Idee für die „Biosphäre im Wohnzimmer“, in der Fische, Krustentiere, Algen, Pflanzen und andere Mini-Ökosysteme voneinander abhängig und in Balance miteinander existieren. Das Design dürfte bei manch eingefleischtem Großstädter die Leidenschaft fürs Private Farming wecken. Philips stellt dieses und andere Zukunfts-Modelle auf Ausstellungen und im Netz vor, um Diskussionen anzuregen und auf diese zukünftig mit eigenen Produktentwicklungen zu reagieren. (na)
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0211 Stark mit Starck

Die Geschichte beginnt vor hunderten von Jahren in Ronda, Andalusien, wo Nonnen angefangen haben Olivenöl von hunderte Jahre alten Olivenbäumen zu gewinnen. 2004 erwarb die spanische Familie Gomez de Baeza das Land und LA Organic (www.laorganic.net) war geboren. Dazu kommt das Design von Philip Starck und eine hervorragende und informative Website mit herrlichen Rezeptvorschlägen. Wer schonmal richtig gutes Olivenöl gekostet hat, weiß, das es fast nichts mehr anderes zum Kochen braucht.(fs)
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0111 Organic Fashion Made in Weimar

VILDE SVANER verbindet ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit mit ästhetisch anspruchsvoller Mode (www.vildesvaner.com). Die Entwürfe vereinen Eleganz und Funktionalität, sie sind unkompliziert und gleichzeitig modern und zeitlos. VILDE SVANER entwirft keine Basics sondern zurückhaltende Extravaganz aus Bio-Baumwolle, Nesselstoffen und recycelten Herrenhemden. Statt getrennter Winter- und Sommerkollektionen schaffen die Designerinnen Anne Gorke und Antje Wolter zeitlose, leicht kombinierbare Stücke, die nicht an eine Saison gebunden sind. Alle Materialien werden von deutschen Unternehmen bezogen. Die verwendeten Stoffe stammen vollständig aus ökologischem Anbau und fairem Handel. Ein Teil der Produktion wird von regionalen Nähereien durchgeführt, die übrigen Arbeitsschritte werden durch Anne Gorke und Antje Wolter selbst realisiert, insbesondere das Färben der Stoffe. (fs)


